Expertenarbeitskreise Ernährung

In themenorientierten Expertenarbeitskreisen arbeiten Wissenschaftler*innen, Fachleute und Betroffene zu spezifischen Fragen Komplexer Behinderung. Ziel ist ein ergebnisorientierter Austausch zwischen den Disziplinen im kleinen Kreis.

Nahrungsmittelzubereitung - Pürierte Kost

Genuss für Menschen mit schwersten Behinderungen und Lebenseinschränkungen?

Was und wie wir essen, verändert unsere Lebensqualität. Bei Menschen mit starken Lebenseinschränkungen kann eine entsprechend zubereitete Kost den Essensgenuss deutlich verbessern. Der Arbeitskreis Nahrungsmittelzubereitung - pürierte Kost diskutierte folgende Fragen und erarbeitete hierzu Vorschläge:

Wie können Menschen mit schwersten Behinderungen und Lebenseinschränkungen, die auf pürierte Kost angewiesen sind, sich gesund und ihrer Behinderung entsprechend ernähren (Wechselwirkung mit Medikamenten, Müdigkeit, Appetitlosigkeit)? Wie können sie bei der Auswahl und dem Konsumieren möglichst selbstbestimmt handeln? Wie kann ein ästhetisches und appetitanregendes Essen angeboten werden, um mit allen Sinnen zu genießen? Welche Nahrungsmittel eignen sich wie gut, und was ist bei der Zubereitung zu beachten? Welche Hilfe bietet die Industrie dazu an?

Die Teilnehmer des Arbeitskreises gaben Tipps, wie auch das Essen von pürierter Kost angenehmer, effektiver und freudebringender gestaltet werden kann.

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Sondenernährung

Viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit schweren Körper- und Mehrfachbehinderungen können ihre Nahrung nur durch eine Magensonde aufnehmen. Wer nicht richtig kauen und schlucken kann, kann sich leicht verschlucken (Aspirationsgefahr). Die Folge eingeatmeter Nahrung kann eine Lungenentzündung (Pneumonie) sein. Hier ist die Ernährung mit einer Magensonde eine Alternative, um die tägliche Flüssigkeits- und Energiezufuhr sicherzustellen.

Ziel des Arbeitskreises war, den aktuellen Wissensstand unterschiedlicher Berufsfelder über das Thema Sondenernährung zusammenzutragen und Teilaspekte des Themas interdisziplinär zu diskutieren. Eltern, Betroffene und Fachleute aus unterschiedlichen Institutionen und Einrichtungen bildeten die Gesprächsrunde. Im Mittelpunkt des Arbeitskreises stand, die Lebensqualität von Menschen, die auf Sondenkost angewiesen sind, zu verbessern.

Der Arbeitskreis beantwortete Fragen wie: Was heißt es, ein Leben mit Ernährung über ein Sonde zu führen? Welche Möglichkeiten bestehen, dennoch nicht auf Lebensqualität "am Tisch" verzichten zu müssen? Was entbehren Menschen, die auf die Ernährung mit Sonde angewiesen sind, und welche Möglichkeiten der Kompensation sind möglich? Welche pflegerischen Aspekte sind zu berücksichtigen?

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Verdauung und Ausscheidung

Wer sich gesund und ballaststoffreich ernährt und ausreichend bewegt, hat in der Regel wenig Probleme, Nahrung zu verdauen und auszuscheiden. Kinder, Jugendliche und Erwachsene sitzen aber aufgrund ihrer schwersten Körper- und Mehrfachbehinderung im Rollstuhl und nehmen regelmäßig Medikamente ein. Manche sind auf die Ernährung mit pürierter Kost oder einer Sonde angewiesen. Hier entstehen Verdauungs- und Ausscheidungsprobleme.

Bislang gibt es in der Literatur nur wenig gesichertes und meist für die oben beschriebene Zielgruppe eher unspezifisches Wissen über Verdauung und Ausscheidung. Weder sonderpädagogische Tagungen noch pflegewissenschaftliche Kongresse haben sich bislang dieses Themas angenommen.

Ziel des Arbeitskreises war, den aktuellen Wissensstand unterschiedlicher Berufsfelder über das Thema Verdauung und Ausscheidung zusammenzutragen und Teilaspekte des Themas interdisziplinär zu diskutieren. Eltern, Betroffene und Fachleute aus unterschiedlichen Institutionen und Einrichtungen bildeten die Gesprächsrunde.

Der Arbeitskreis beantwortete Fragen wie: Welche sind die zentralen Problemfelder beim Thema Verdauung und Ausscheidung von Menschen mit schwersten Behinderungen? Welche Erfahrungen mit dem Thema wurden in privaten Haushalten und in Einrichtungen der Behindertenhilfe gemacht? Wie offen wird dabei mit dem Thema umgegangen? Welche Lösungsvorschläge mechanischer, medikamentöser oder technischer Art werden angeboten? Wie kann bei diesem Thema das Recht auf Selbstbestimmung berücksichtigt werden?

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Links und Literatur