Seminar - Bindung und Beziehungsarbeit

mit Menschen mit Komplexer Behinderung

In diesem Seminar wird das Konzept der "Entwicklungsfreundlichen Beziehungsgestaltung" in der Anwendung bei Menschen mit Komplexer Behinderung vorgestellt. Ziel der "Entwicklungsfreundlichen Beziehungsgestaltung" ist es, Autonomie in sozialer Gebundenheit zu entwickeln. Was das für  Menschen mit Komplexer Behinderung bedeutet, ist Inhalt des Seminars.
Menschen mit Komplexer Behinderung benötigen für die Befriedigung fast aller ihrer Bedürfnisse mehr oder weniger umfassende Hilfe. Das schafft oft eine enge Bindung zwischen ihnen und ihren Bezugspersonen. Doch eine enge Bindung ist noch keine sichere. Zu einer sicheren Bindung gehört auch das wechselseitige Gewähren und Genießen von Autonomie. Diese ermöglicht die emotionale Akzeptanz von vorübergehenden Trennungen und schließlich auch die Verarbeitung endgültiger Trennungen, wie sie das Leben mit sich bringt. Eine unzureichende Entwicklung von Autonomie kann bei Menschen mit Komplexer Behinderung insbesondere beim Verlust wichtiger Bezugspersonen dramatische Folgen haben. Zudem kann es geschehen, dass auch an Menschen mit Komplexer Behinderung Ansprüche an ihre Selbstständigkeit gestellt werden, die sie emotional überfordern. Denn autonomer zu werden, bedeutet immer auch, den sicheren Hafen ein Stück zu verlassen. Von außen eingeforderte Selbstständigkeit kann somit als bedrohlich erlebt werden und starke Ängste vor Verlassenheit oder bei sehr umfangreich beeinträchtigten Menschen sogar Ängste vor der nicht mehr sicheren Befriedigung ihrer existenziellen Bedürfnisse hervorrufen. Die Folge sind oft massive "Verhaltensauffälligkeiten", die oft von Bezugspersonen als Verweigerung oder gar Provokation erlebt werden, hinter denen aber eine emotionale Not steht.
Wie können wir durch Beziehungsarbeit die Selbstständigkeit unserer Klienten fördern und ihnen Sicherheit und Verlässlichkeit in der Beziehung vermitteln? Für die Beantwortung dieser Frage bieten Konzepte aus der Entwicklungspsychologie eine gute Grundlage. Diese Konzepte werden an Praxisbeispielen aus der eigenen Arbeit des Referenten erläutert. Das Einbringen von Praxiserfahrungen der Teilnehmer*innen ist ausdrücklich erwünscht.

Inhalte

  • Theoretische Einführung in das Thema
  • Beziehungsarbeit für Menschen mit Komplexer Behinderung
  • Arbeit mit entwicklungspsychologischen Konzepten in der Praxis

Zielgruppe

Mitarbeitende der Behinderten- und Altenpflege, Pädagog*innen sowie Angehörige von Menschen mit Behinderung

Leitung

Heinz Urbat

Informationen zum Referenten

KursNr

SEM21HH02

Datum

01.03.2021, 10:00 Uhr – 17:30 Uhr

Anmeldeschluss

01.02.2021

Ort

Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Hamburg
Schloßstraße 12, D-22041 Hamburg

Eingang zum Seminarraum über Claudiusstraße » Anfahrtsplan

Raum

S2

Teilnahmegebühr

EUR 180,00

Weitere Informationen - Anmeldung

Für evtl. Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Mia Radtke
Tel. +49 (0)89 / 35 74 81-20
radtke@remove-this.stiftung-leben-pur.de

Onlineanmeldung

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