Somatischer Dialog

Die Gestaltung der Beziehung zu Menschen mit schweren Behinderungen ist keine leichte Aufgabe. Wir müssen uns auf Kommunikationsformen einlassen, die uns nicht vertraut sind. Viele Botschaften erhalten wir auf nonverbaler Ebene, dabei ist der Körper immer in vielschichtiger Weise beteiligt.

Bei Kontaktangeboten erleben wir häufig Reaktionen wie Schreien, Beißen oder vollständige Verweigerung. Diese Verhaltensweisen verunsichern uns und machen uns hilflos. Wir fühlen uns zurückgewiesen, provoziert und sind emotional oder tatsächlich verletzt. Das hat Auswirkungen auf die Erwartung, mit der wir diesen Menschen begegnen und beeinflusst unbewusst unsere Haltung und Einstellung ihnen gegenüber. Oft entstehen Krisensituationen durch Missverständnisse welche nur schwer oder nicht zu lösen sind. Die herausfordernden Verhaltensweisen entsprechen in vielfältiger Art frühen Kommunikationsformen, die wir bei Säuglingen und Kleinkindern beobachten können. Eine Betrachtung aus diesem Blickwinkel lässt Verständnis wachsen und zeigt Wege auf, wie wir sie beantworten können. Ein wesentliches Element dabei ist die Begegnung über den Körper, wie sie bei kleinen Kindern selbstverständlich ist.

Anhand von Beispielen aus der Praxis soll verdeutlicht werden, wie das veränderte Verständnis die Kontaktaufnahme beeinflusst und zu einem Dialog über den Körper führen kann. Wenn sich der behinderte Mensch auf dieser grundlegenden, basalen Ebene verstanden fühlt, muss er keinen Ausweg mehr durch abwehrendes Verhalten suchen. Er wird offen für behutsame, neue Begegnungen die eine Beziehung wachsen lassen können.

In diesem Seminar geht es darum, ein Verständnis für herausforderndes Verhalten zu entwickeln und Methoden des Umgangs mit diesem Verhalten durch Selbsterfahrungsübungen kennen zu lernen. Mit Videoaufnahmen aus der Praxis werden Möglichkeiten dargestellt, auf welche Weise mit körpernahen Angeboten nach dem Konzept der Basalen Stimulation auf diese besonderen Verhaltensweisen reagiert werden kann. Fallbeispiele aus der eigenen Arbeit sind sehr willkommen zur praxisnahen Erläuterung und Erarbeitung von Lösungsmöglichkeiten.

Bitte mitbringen

Warme Socken und eine Decke

Zielgruppe

Mitarbeitende der Behinderten- und Altenpflege, Pädagogen,
sowie Angehörige von Menschen mit Behinderung

Kursleitung

Frau Ursula Büker, Diplom Psychologin, Psychotherapeutin, Multiplikatorin für Basale Stimulation.
In den letzten 20 Jahren war Frau Büker in einer neuropädiatrischen Fachklinik und in einem sozialpädiatrischem Zentrum tätig, inzwischen arbeitet sie freiberuflich unter anderem in einer Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind: frühkindliche Fütter-Essstörungen, Kinder mit Regulationsstörungen, Kinder mit herausfordernden Verhaltensweisen, insbesondere Selbst- und Fremdaggressionen.

Seit über 30 Jahren arbeitet Frau Ursula Büker mit Prof. A. Fröhlich, ist Mitglied im Weiterbildungsteam für Kursleiter*innen für Basale Stimulation und führ Fortbildungsveranstaltungen durch.

KursNr

SEM19M02

Datum

20.05.2019, 09:30 Uhr – 17:00 Uhr

Anmeldeschluss

22.04.2019

Ort

SWW - Südbayerische Wohn- und Werkstätten
Roßtalerweg 4, D-81549 München

Teilnahmegebühr

EUR 180,00

Weitere Informationen - Anmeldung

Ansprechpartner für evtl. Rückfragen:
Mia Radtke, Tel. +49 (0)89 / 35 74 81-20

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